Vögel

Die Brodowiner Landschaft ist nicht nur abwechslungsreich und wunderschön. Eine Vielzahl oft seltener und gefährdeter Vögel brütet hier. Dazu gehören Agrarlandschaftsbewohner wie Grauammer, Braunkehlchen, Neuntöter und Sperbergrasmücke, und Schilf- und Gewässervögel wie die Rohrdommel, die Trauerseeschwalbe oder der Rothalstaucher. Auch seltene Großvögel wie Weiss- und Schwarzstorch, See- und Fischadler oder der Kranich können regelmäßig in Brodowin beobachtet werden, z.B. vom Kleinen Rummelsberg aus.  

Bruterfolge in & um Brodowin: »Quer zum Trend ...« – Zusammenfassung

Die Bestandsentwicklung der Brutvögel der Gemarkung Brodowin
und der Choriner Endmoräne im Zeitraum 1997-2008

Die Landschaft der Gemarkung Brodowin und der angrenzenden Choriner Endmoräne ist von großflächigem ökologischen Landbau, intakten bäuerlichen Siedlungsstrukturen, naturschutzprojekten, naturschutzorientierter Laubwaldbewirtschaftung in landeseigenen Wäldern sowie großen Naturschutzgebietsflächen (NSG Plagefenn, 1907 eingerichtet) geprägt. Hier wurden auf einer 196 ha großen Probefläche (1997-2000) sowie an 64 Zählstopps mit der Methode der Punkt-Stopp-Zählung die Bestandsänderungen der 96 (von 152) häufigsten Brutvogelarten erfasst. Die Daten der ersten 12 Untersuchungsjahre sollen die Frage beantworten, ob es den Brutvögeln in dieser „Modelllandschaft“ im Sinne des Naturschutzes tatsächlich besser geht als in der „Normallandschaft“ Ostdeutschlands. Das Ergebnis ist überraschend klar: Eindeutig positivere Bestandstrends zeigen vor allem die typischen Arten der Agrarlandschaft (z.B. Kiebitz, Feldlerche, Dorngrasmücke) und der (dörflichen) Siedlungen (z.B. Türkentaube, Klappergrasmücke, Haussperling, Grünfink, Star, Mehl- und Rauchschwalbe).
Ganz besonders profitieren deutschlandweit gefährdete Arten (Rote Liste 2007).
Hier gibt es bei den neun „gefährdeten“ bis „vom Aussterben bedrohten“ Arten bei fünf Arten (Rohrdommel, Trauerseeschwalbe, Kiebitz, Bekassine, Feldlerche) günstigere und bei keiner Art ungünstigere Entwicklungen als in Ost-D. Bei den 12 Arten auf der „Vorwarnliste“ stehen 7 Arten mit günstigerer Entwicklung (z.B. Kleinspecht, Kuckuck, Pirol u.a.) nur einer Art mit ungünstigerer Entwicklung (Wasserralle) gegenüber.
Die Entwicklung der Brutvogelbestände der Brodowiner „Bilderbuchlandschaft“ liegt also „quer zum deutschlandweiten Trend“ und prädestiniert dieses Gebiet als „Referenzlandschaft“ für Naturschutzbestrebungen.

Vogeldaten 2010

Bestandsindex-Kurven der 96 häufigsten Brutvogelarten der Gemarkung Brodowin und der Choriner Endmoräne (pdf)
Zählbögen (Monitoring mit Methode „Punkt-Stopp-Zählung“ – zip-Archiv mit 20 Excel-Tabellen)

»Quer zum Trend ...«

Gut bebilderter Essay zur Bestandsentwicklung der Brutvögel (pdf zum Download) der Gemarkung Brodowin und der Choriner Endmoräne im Zeitraum 1997-2008. Von Martin Flade.

Statistiken 2008

Wie ergeht es diesem und jenem Vogel in Brodowin? Neue Daten zu Bestandskurven bis 2008 aus der Feder von Martin Flade finden Sie in bewährter Visualisierung hier.